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Sie haben in Italien eine Immobilie geerbt und fragen sich, was über die Erbenstellung hinaus konkret zu tun ist. Damit Sie tatsächlich als Eigentümer in den italienischen Registern geführt werden, müssen zwei förmliche Schritte erfolgen. Die Erbschaftsannahme Italien betrifft dabei nicht das deutsche Erbrecht, sondern die italienische Steuer- und Registerverwaltung.
Erforderlich ist zunächst die Abgabe der italienischen Erbschaftssteuererklärung (dichiarazione di successione) bei der zuständigen Agenzia delle Entrate. Anschließend folgt die katasterliche Eintragung des Erben über einen italienischen Notar. Beide Vorgänge unterliegen italienischem Recht, eigenen Formularzwängen und einer Zwölf-Monats-Frist ab dem Todestag des Erblassers.
Dieser Text erläutert die einzelnen Schritte der italienischen Abwicklung, die anfallenden Steuern und Eintragungsabgaben sowie die Abgrenzung zur erbrechtlichen Beratung. Im Mittelpunkt steht die formelle Übertragung, nicht die Klärung der Erbenstellung; diese muss bereits feststehen.
Die dichiarazione di successione ist das zentrale Formular bei jeder Erbschaft mit italienischen Vermögenswerten. Sie wird elektronisch bei der Agenzia delle Entrate eingereicht und erfasst Immobilien, Bankguthaben, Wertpapierdepots, Gesellschaftsanteile sowie sonstige Vermögenswerte des Erblassers. Auf dieser Grundlage setzt das italienische Finanzamt die imposta di successione, die imposta ipotecaria und die imposta catastale fest. Bei Immobilieneigentum ist die rechtzeitige Abgabe zugleich Voraussetzung für die spätere Eintragung im Katasteramt.
Aufgenommen werden in der Erklärung neben den aktiven Vermögenswerten auch abzugsfähige Verbindlichkeiten wie Hypothekenrestschulden, offene Steuerschulden des Erblassers und Beerdigungskosten in begrenztem Umfang. Bei Immobilien ist die exakte Bezeichnung nach Katasterdaten erforderlich, einschließlich foglio, particella und subalterno, also der italienischen Flurstücks- und Unterteilungsangaben.
Für eine vollständige Erklärung werden regelmäßig folgende Unterlagen benötigt:
Die elektronische Einreichung über die italienischen Steuerportale fisconline und Entratel ist derzeit nicht zuverlässig aus dem Ausland möglich. Aus diesem Grund wird die fertig vorbereitete Erklärung an einen italienischen Steuerberater (commercialista) weitergegeben, der die Einreichung über seinen Zugang vornimmt. Die inhaltliche Vorbereitung erfolgt vorab in Deutschland, die formelle Übermittlung an die Agenzia delle Entrate verantwortet der commercialista.
Lassen Sie die Unterlagen vor der Übergabe an die italienischen Stellen anwaltlich prüfen, damit fehlende Dokumente früh erkannt und rechtzeitig nachgefordert werden können.
Die Steuersätze der italienischen Erbschaftssteuer hängen vom Verwandtschaftsgrad zwischen Erblasser und Erben ab. Bemessungsgrundlage bei Immobilien ist nicht der Verkehrswert, sondern der niedrigere Katasterwert (valore catastale). Dadurch fällt die effektive Steuerbelastung in der Praxis oft deutlich geringer aus, als es der Marktwert vermuten ließe.
Im Überblick gelten:
Hinzu kommen bei Immobilien die imposta ipotecaria von 2 % und die imposta catastale von 1 % des Katasterwerts. Wer die Voraussetzungen der prima casa-Begünstigung erfüllt, also den Hauptwohnsitz innerhalb von 18 Monaten in die italienische Gemeinde verlegt, zahlt beide Abgaben in Höhe von jeweils 200 Euro fix. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht die Größenordnung. Bei einem Verkehrswert von 600.000 Euro und einem Katasterwert von 180.000 Euro fällt für ein Kind keine imposta di successione an, die Eintragungsabgaben betragen jedoch zusammen 5.400 Euro, sofern die prima casa-Regelung nicht greift.
Lassen Sie die Steuer- und Kostenbelastung vorab anwaltlich durchrechnen, damit Sie keine Position übersehen und finanzielle Überraschungen während der Abwicklung vermieden werden.
Mit der Abgabe der dichiarazione di successione und der Zahlung der Abgaben ist die steuerliche Seite abgeschlossen. Es folgt die Voltura catastale, also die Umschreibung im italienischen Katasteramt. Erst durch diese Eintragung ist der Erbe in den öffentlichen italienischen Registern als Eigentümer geführt und kann frei über die Immobilie verfügen, sie verkaufen oder beleihen.
Das italienische Catasto unterscheidet sich strukturell vom deutschen Grundbuch. In Italien bestehen parallel das Catasto Edilizio Urbano (Gebäudekataster), das Catasto Terreni (Grundkataster) und die Conservatoria dei Registri Immobiliari, in der dingliche Rechte wie Hypotheken, Vorkaufsrechte oder Eigentumsübergänge dokumentiert werden. Erst das Zusammenspiel dieser Register erfüllt die Funktion, die in Deutschland das Grundbuch allein übernimmt.
Praktisch erfolgt die Eintragung durch den italienischen Notar, der die Voltura beim zuständigen Katasteramt veranlasst und die ergänzende Eintragung in der Conservatoria sicherstellt. Die zeitliche Bearbeitung hängt von der Auslastung der italienischen Stellen ab; nach erfolgreicher Steuerveranlagung erfolgt die Eintragung üblicherweise innerhalb weniger Monate. Strukturell ähnelt der Ablauf dem Eigentumsübergang nach einem italienischen Immobilienkauf, weshalb diese Tätigkeit dem italienischen Immobilienrecht zuzuordnen ist und nicht dem Erbrecht.
Solange die Voltura catastale nicht abgeschlossen ist, scheitern Verkauf, Beleihung oder Schenkung in der Regel an der Registerlage. Italienische Notare prüfen vor jedem Verfügungsgeschäft den aktuellen Registerstand und werden eine Beurkundung verweigern, solange der Veräußerer dort nicht als Eigentümer ausgewiesen ist. Auch Banken finanzieren erst nach abgeschlossener Eintragung. Wer eine geerbte Immobilie zeitnah verkaufen oder neu finanzieren möchte, sollte deshalb auf einen lückenlosen Abschluss der Voltura achten.
Wenn die Steuerveranlagung abgeschlossen ist, lassen Sie die Eintragung anwaltlich begleiten, damit die Übergabe an Notar und Katasteramt geordnet und ohne unnötige Verzögerung erfolgt.
Die dichiarazione di successione ist innerhalb von zwölf Monaten ab dem Todestag des Erblassers bei der Agenzia delle Entrate einzureichen. Maßgeblich ist nicht der Zeitpunkt, zu dem der Erbe vom Erbfall erfährt, sondern der Sterbetag selbst. Damit die Frist eingehalten werden kann, sollten alle erforderlichen Unterlagen frühzeitig beschafft, übersetzt und gegebenenfalls mit Apostille versehen werden.
Wird die Frist überschritten, fallen Säumniszuschläge und Geldbußen an. Die Höhe richtet sich nach der Dauer der Verspätung und nach der geschuldeten Steuer. Bei deutlich verspäteter Abgabe können die Aufschläge ein Vielfaches der ursprünglichen Steuerschuld ausmachen. Eine freiwillige Nachholung (ravvedimento operoso) reduziert die Sanktionen teilweise, ersetzt aber keine rechtzeitige Erklärung.
In der Praxis sind Verzögerungen häufig auf nicht rechtzeitig beschaffte Dokumente zurückzuführen. Wer früh mit der Aufbereitung beginnt, sichert sich Puffer für die Bearbeitungszeiten deutscher und italienischer Behörden, für die Übersetzung von Urkunden und für die Beantragung des codice fiscale aller Erben.
Wenn der Todestag bereits einige Monate zurückliegt, lassen Sie die verbleibende Fristlage anwaltlich einschätzen, bevor zusätzliche Säumnistage und weitere Sanktionen entstehen.
Die hier dargestellte Tätigkeit betrifft die formelle Umsetzung eines bereits feststehenden Erbübergangs in Italien. Sie umfasst keine erbrechtliche Beratung und ersetzt diese auch nicht. Die Mandatsannahme setzt voraus, dass die Erbenstellung bereits geklärt ist.
Nicht Gegenstand der Tätigkeit sind insbesondere:
Wer in diesen Bereichen Beratung benötigt, sollte zunächst einen auf Erbrecht spezialisierten Anwalt einschalten. Die hier dargestellte Tätigkeit setzt erst an, wenn diese Punkte geklärt sind und nur noch die italienische Abwicklung umzusetzen ist. Diese klare Abgrenzung dient dem Schutz der Mandanten, da Missverständnisse über den Leistungsumfang vermieden werden.
Ein typisches Beispiel verdeutlicht den Unterschied. Wenn mehrere Geschwister gemeinsam eine italienische Immobilie erben und sich uneinig sind, wer welchen Anteil hält oder ob die Immobilie verkauft werden soll, ist zuerst eine erbrechtliche Klärung erforderlich. Erst wenn diese Fragen entschieden sind und feststeht, in welcher Konstellation die Erbengemeinschaft in den italienischen Registern erscheinen soll, kann die dichiarazione di successione vorbereitet und die Voltura veranlasst werden.
Wenn noch offen ist, wer in welchem Umfang erbt, lassen Sie zuerst die erbrechtliche Lage anwaltlich klären, bevor die italienische Abwicklung angestoßen wird.
Die Bearbeitung folgt einem geordneten Ablauf, der die Schnittstellen zu italienischem Steuerberater, Notar und Katasteramt einschließt. Mandanten behalten so eine einzige Ansprechperson in deutscher Sprache und müssen nicht selbst zwischen den beteiligten italienischen Stellen vermitteln.
Diese gebündelte Steuerung über die Sprach- und Verwaltungsgrenze hinweg ist insbesondere für Erben sinnvoll, die selbst keinen italienischen Bezug haben und nicht zwischen Behörden, Notar und Steuerberater vermitteln möchten.
Wenn Sie eine italienische Immobilie geerbt haben und die formelle Übertragung in Gang setzen möchten, lassen Sie die Ausgangslage anwaltlich aufnehmen und den weiteren Ablauf koordinieren.
Die dichiarazione di successione ist die italienische Erbschaftssteuererklärung. Sie wird bei der Agenzia delle Entrate eingereicht und erfasst alle in Italien belegenen Vermögenswerte des Erblassers. Auf dieser Grundlage werden die imposta di successione, die imposta ipotecaria und die imposta catastale festgesetzt. Bei Immobilieneigentum ist die Erklärung zugleich Voraussetzung für die anschließende Eintragung im Katasteramt.
Die Frist beträgt zwölf Monate ab dem Todestag des Erblassers, nicht ab Kenntnis des Erbfalls. Innerhalb dieser Zeit muss die dichiarazione di successione bei der zuständigen Agenzia delle Entrate eingereicht und die festgesetzte Steuer gezahlt werden. Aufgrund der notwendigen Unterlagenbeschaffung empfiehlt sich ein frühzeitiger Beginn der Vorbereitung.
Bei verspäteter Abgabe der dichiarazione di successione fallen Säumniszuschläge und Geldbußen an. Die Höhe richtet sich nach der Dauer der Verspätung und nach der geschuldeten Steuer. Bei deutlicher Verspätung können die Aufschläge ein Vielfaches der eigentlichen Steuerschuld erreichen. Eine freiwillige Nachholung (ravvedimento operoso) mindert die Sanktionen, ersetzt aber keine rechtzeitige Erklärung.
Häufig wird als Erbnachweis ein deutscher Erbschein oder ein Europäisches Nachlasszeugnis nach der EU-Erbrechtsverordnung verlangt. In manchen Fällen genügt ein italienisches atto di notorietà. Welches Dokument konkret benötigt wird, hängt vom Einzelfall ab. Die Beantragung des Erbscheins selbst ist Sache des deutschen Erbrechts und nicht Gegenstand der italienischen Abwicklung.
Die Steuersätze betragen 4 % für Ehegatten und Kinder oberhalb eines Freibetrags von 1.000.000 Euro je Erben, 6 % für Geschwister oberhalb eines Freibetrags von 100.000 Euro je Erben, 6 % für sonstige Verwandte bis zum vierten Grad ohne Freibetrag und 8 % für nicht verwandte Personen ohne Freibetrag. Bemessungsgrundlage bei Immobilien ist der Katasterwert, nicht der Verkehrswert.
Für die Eintragung fallen die imposta ipotecaria von 2 % und die imposta catastale von 1 % des Katasterwerts an. Bei Inanspruchnahme der prima casa-Begünstigung reduzieren sich beide Abgaben auf jeweils 200 Euro fix. Hinzu kommen Notargebühren sowie Kosten für Katasterauszüge und gegebenenfalls beglaubigte Übersetzungen.
Die elektronische Einreichung über die italienischen Steuerportale ist derzeit nicht zuverlässig aus dem Ausland möglich. In der Praxis erfolgt die Einreichung über einen italienischen Steuerberater (commercialista), an den die vorbereitete Erklärung weitergegeben wird. Die inhaltliche Vorbereitung kann jedoch vorab aus Deutschland erfolgen.
Das italienische Catasto ist primär Steuerregister und Gebäude- beziehungsweise Grundkartei. Dingliche Rechte wie Hypotheken oder Eigentumsübergänge werden zusätzlich in der Conservatoria dei Registri Immobiliari geführt. Die Funktion, die in Deutschland das Grundbuch allein erfüllt, wird in Italien durch das Zusammenspiel mehrerer Register abgedeckt.
Nein. Die Tätigkeit beschränkt sich auf die formelle Abwicklung der italienischen Erbschaftssteuererklärung und der Eintragung im Katasteramt. Fragen zur Erbenstellung, zur Auslegung von Testamenten, zu Pflichtteilsansprüchen oder zur Anwendbarkeit deutschen oder italienischen Erbrechts gehören in den Bereich des Erbrechts und werden ausdrücklich nicht angeboten.
Sobald feststeht, dass italienisches Immobilien- oder Vermögenseigentum zum Nachlass gehört und die erbrechtliche Lage geklärt ist, lohnt sich eine anwaltliche Begleitung. Sie sichert die fristgerechte Vorbereitung der dichiarazione di successione, die korrekte Berechnung der italienischen Steuern und Abgaben sowie die geordnete Koordination mit Notar und commercialista. Gerade bei mehreren Erben, mehreren Immobilien oder komplexen Vermögenslagen sinkt mit anwaltlicher Steuerung das Risiko von Verfahrensfehlern und damit von Säumnistagen und Sanktionen.
Montag – Freitag: 08:30 – 17:30 Uhr