Anwaltskanzlei Alexis Brudermann

What makes the difference...?

Eintrag im "Branchenverzeichnis"?

Sie haben eine Rechnung von einer Firma "dbvz" bekommen? Sie sollen einige Hundert Euro bezahlen für einen angeblichen Brancheneintrag Ihres Unternehmens? Die "Gelben Seiten"? Bei näherem Betrachten stellen Sie fest, das sind gar nicht die "Gelben Seiten" vom SARAG Verlag. Weit gefehlt. Die "dbvz" gibt ein eigenes Branchenverzeichnis heraus, dessen Nutzen ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren möchte.Mein Mandant betreibt eine Gaststätte in Speyer und erhielt um die Mittagszeit - also genau zu der Zeit, zu der der meiste Betrieb in einer Gastwirtschaft herrscht - einen Anruf dieser "dbvz". Man berief sich auf ein angeblich zuvor geführtes Telefonat und der Angerufene solle einfach bestätigen, dass der Eintrag zu den "bekannten" Bedingungen vorgenommen werden solle. "Na ja... gut... wenn das schon so abgemacht war... Dann ja...". Schwupp flog einige Tage später eine gesalzene Rechnung ins Haus. Erst jetzt wurde dem Gastronom bewusst, wie ihm geschehen war. Er sollte immerhin 415,31 € bezahlen für einen angeblichen Eintrag in ein Internetverzeichnis. Meine Recherche ergab, dass der Eintrag gar nicht vorhanden war; geschweige denn den solchen irgendjemand hätte finden können, um bei dem Gastronom einzukehren.Zum einen sind sogenannte "Cold Calls" - also Werbeanrufe ohne vorherige Einwilligung - nach § 7 II Nr. 2 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) ohnehin unzulässig. Daher wird mit den Tricks gearbeitet, dass es am Telefon heißt, man beziehe sich auf ein zuvor bereits geführtes Telefonat. Der Anrufer weiß dabei ganz genau, dass in der Mittagszeit Betriebsamkeit herrscht und er sein Opfer auf dem falschen Fuß erwischt.Nach meiner Erfahrung versuchen es diese Firmen mit "Masse". Sie rufen einfach sehr viele potentielle Kunden an. Wer dann freiwillig oder nach wüsten Bedrohungen mittels Mahnschreiben zahlt, ist gut... Wer nicht zahlt oder viel mehr den Anwalt schickt, erhält dann ein überraschend freundliches Schreiben, dass man sich "vergleichsweise" auf eine Zahlung von 0,00 € einige, bei "gegenseitiger Kostenaufhebung". Letzteres ist Juristendeutsch und soll heißen, jeder zahlt seinen Anwalt selber. Offenbar ist bei der Firma einer mal an einem Jurastudium vorbeimarschiert.Am besten kaufen Sie ohnehin nichts am Telefon! Falls es doch "passiert" ist, beraten wir Sie gern!